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Ausgleichsmaßnahmen und Naturschutz

Als 1974 mit dem Bau der Deponie begonnen wurde, stellte dies einen nicht vermeidbaren Eingriff in die Natur dar. Dieser Eingriff machte einen Ausgleich an naturschutzrechtlichen Maßnahmen erforderlich. Die wichtigsten Rechtsgrundlagen dieser Eingriffs-Ausgleichs-Regelung sind § 13 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), § 15 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), § 14 Abs. 2 Hessisches Naturschutzgesetz (HENatG) und § 12 Abs. 3 Hessisches Forstgesetz (ForstG HE). Grundidee ist ein generelles Verschlechterungsverbot für Natur und Landschaft. Hierzu wurden verschiedene Flächen erworben und durch Rekultivierungsmaßnahmen aufgewertet. Die ökologisch höherwertigen Flächen sollen den Eingriff in Natur und Landschaft durch den Deponiebau „ausgleichen“ und sind dauerhaft zu sichern und zu erhalten.

Die Deponiefläche umfasst 201.000 m², die Ausgleichs-/Ersatzaufforstungsfläche 301.689 m².

Auf allen Flächen finden regelmäßige Begehungen mit einer Dipl.-Ing. Landespflegerin und einem Dipl. Biologen (Artenschützer) statt.

Forstrechtliche Maßnahmen

Als Ersatz für die in Anspruch genommenen Waldflächen sind in den Gemarkungen Lampertheim, Hüttenfeld sowie Heppenheim hochwertige Ersatzaufforstungen geschaffen worden.
Auf Hüttenfelder Gemarkung wurden als jüngste Maßnahme über 50.000 standorttypische Bäume, vorwiegend Stieleichen, Kiefern sowie untergeordnet Hainbuchen, Schwarzerlen und Sandbirken, gepflanzt.
Weitere Maßnahmen, wie bspw. eine Aufwertung einer Minirotations-Fläche durch Eichen- und Kiefernaufforstungen sowie die Rekultivierung von Teilen der Deponie, wurden u.a. innerhalb des Deponiegeländes umgesetzt.

Naturschutzrechtliche Maßnahmen

Um den erfolgten Eingriff in die Natur auszugleichen, sind eine Reihe von unterschiedlichen Ausgleichsmaßnahmen im Umfeld der Deponie festgesetzt sowie deren Entwicklung und Pflege geregelt worden:

Zur Förderung der Sandrasenvegetation sind auf mehreren Flächen Sanddünen angelegt worden, die mit einer Initialeinsaat (Saatgut einer benachbarten Düne) versehen wurden. Die Dünen werden von Grünland umgeben, das als extensive Wiese gepflegt wird.

Anlage eines Biotopmosaiks aus Feldhecken und innenliegenden Grünland bzw. Sukzessionsflächen. Die Flächen dienen als Trittstein im Biotopverbund mit angrenzenden Ausgleichsflächen der Stadt Lorsch und sind ein ideales Rückzugsgebiet für Wiesenbrüter und andere Tierarten.  

Anlage einer Obstwiese mit hochstämmigen Apfel- und Birnbäumen, Pflanzung von Feldhecken  mit umgebendem Grünland. Die Fläche dient als Trittstein im Biotopverbund mit dem nahegelegenen NSG „Weschnitzinsel von Lorsch“. Durch eine extensive Wiesenbewirtschaftung inmitten von Ackerflächen dient sie als Refugium für Bodenbrüter wie Rebhuhn oder Wachtel.

Artenschutzrechtliche Maßnahmen

Als Ausgleichsmaßnahmen für diverse Eingriffe wurden sowohl innerhalb des Deponiegeländes, wie auch auf den außerhalb befindlichen Ausgleichsflächen, unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung der Zauneidechsen sowie der Avifauna durchgeführt. In enger Abstimmung mit Fachgutachtern der Landespflege und des Artenschutzes erfolgten in der Vergangenheit Entwicklungsmaßnahmen zur artspezifischen Habitatoptimierung.

Durch die gezielte Herausnahme von Bäumen wurden bspw. Gehölzauflichtungen geschaffen, die, wie auch die Pflanzung von dornigen Sträuchern, die lokale Population des Neuntöters positiv beeinflussen.

Ebenso wurden Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Zauneidechsen ergriffen. So wurden bspw. neue Habitate oder Habitatelemente (Sandhaufen zur Eiablage, Totholz- und Steinhaufen als Versteckplätze) geschaffen.