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Biomasseaufbereitung

In der Grafik zur Biomasseaufbereitung können Sie Schritt für Schritt erfahren, wie eingesammelter oder angelieferter Grünschnitt aufbereitet wird, wie wir die gewonnene Biomasse einsetzten und welchen Nutzen Sie daraus ziehen können.

Fahren Sie mit der Maus über die Grafik um Infos zu den einzelnen Schritten zu erhalten.

Biomasse

GRÜNSCHNITT

Der verwendete Grünschnitt stammt aus Anlieferungen an unseren Wertstoffhöfen oder von den zweimal jährlich durchgeführten Grünsperrmüllsammlungen im Kreis Bergstraße.

AUFBEREITUNG

Der Deponiestandort des ZAKB in Lampertheim wird zur Herstellung von Biomassebrennstoff genutzt. Zu diesem Zweck wurde auf einer Freifläche von ca. 5.000 m² eine Lagerhallte errichtet. Hier finden die notwendigen Arbeitsschritte zur Produktion des für die Verbrennung in kleineren, dezentralen Anlagen aufbereiteten Brennstoffes statt. Die gesamte, notwendige mobile Technik der Anlage zur Grünschnittaufbereitung befindet sich zentral auf der hierfür vorgesehenen Grundstücksfläche.

HACKSCHNITZEL

Der Grünschnitt wird durch optimale mechanische Aufbereitung zu holziger, für die Verbrennung in Holzfeuerungsanlagen geeigneter Biomasse, verarbeitet. Dieser Brennstoff kann in seiner derzeitigen Beschaffenheit nur in großen Biomasseheizkraftwerken eingesetzt werden. Um diesen Brennstoff in kleineren kommunalen Anlagen zu verbrennen ist es notwendig, ihn gezielt aufzubereiten. Durch die Mischung mit hierfür geeigneten Materialien (z.B. Waldhackschnitzel) stehen dann ca. 7.200 t Biomassebrennstoff in hoher Qualität zur Verfügung.

TROCKNUNG DRUCH DEPONIEGAS

Der in der Anlage zur Grünschnittaufbereitung erzeugte Mischbrennstoff kann zwar in dieser Form vermarktet werden, ist jedoch für einen direkten Einsatz in Holzfeuerungsanlagen oder eine längere Lagerung zu feucht (Gefahr der Pilzbildung). Hier wurde 2011 eine Anlage zur Holztrocknung realisiert, um eine einfache Containertrocknung mit einer Jahreskapazität von 10.000 t zu erreichen. Die Anlage nutzt die vorhandene Überschusswärme des Deponiegasmotors. Dieser Motor verwertet das anfallende Deponiegas. Demnach sind Kapazitäten vorhanden, den gesamten Brennstoff nach der Materialmischung zu trocknen und über den Feuchteaustrag den Heizwert und somit die Qualität maßgeblich zu steigern.

Die Holztrocknung führt dazu, dass der Wassergehalt des eingehenden Grünschnittbrennstoffs von ca. 50 % auf etwa 30 % reduziert wird. Da diese Anlage keine Lagerkapazitäten besitzt und die Abnahme des getrockneten Brennstoffs vom schwankenden saisonabhängigen Bedarf beeinflusst wird, ist eine Lagerung in einer Halle zwingend erforderlich.

ANDIENUNG IN KOMMUNALE PROJEKTE

Mit dem zu Brennstoff unter Beimischung von Waldhackschnitzeln aufbereiteten Grünschnitt können Holzfeuerungsanlagen in kommunalen Liegenschaften beheizt werden. Ein Pilotprojekt in diesem Zusammenhang wurde mit dem Kreiskrankenhaus Bergstraße gGmbH realisiert. Über eine Holzhackschnitzelheizungsanlage wird das Krankenhaus seit Beginn der Heizperiode 2012/2013 mit Wärme versorgt. Die sich neben dem Krankenhaus befindliche Vitos Heppenheim gGmbH wird ebenfalls über diese Anlage beheizt.

An das bestehende System des Kreiskrankenhauses ist ein Wärmenetz der HSE angeschlossen. Zur Erschließung sämtlicher Synergieeffekte wird dieses Wärmenetz, zu dem z.B. auch die Konrad-Adenauer-Schule gehört, über den Holzhackschnitzelkessel des ZAKB versorgt. Durch den so konzipierten Wärmeverbund können ökologisch nachhaltig günstige Wärmepreise für die angeschlossenen Partner erzielt werden.

Der Holzhackschnitzelkessel mit einer Leistung von 1.600 kW produziert durch Verbrennung von ca. 2.000 Tonnen des vom ZAKB eigens erzeugten Holzbrennstoffes (Energiegehalt ca. 6.000.000 kWh) eine Wärmemenge von 5.200.000 kWh pro Jahr. Dies entspricht der jährlichen Versorgung von 267 Einfamilienhäusern mit Wärme.

WÄRMEVERBUND KKHBRENNSTOFFMENGE (Tonne)ENERGIEGEHALT (kWh)HAUSHALTEHEIZÖLÄQUIVALENT (Liter)
Heizzentrale KKH2.0006.000.000267600.000
Gesamt7.20021.600.0009602.160.000

 

 

Seit September 2013 wird die Biomasseheizanlage am Kreiskrankenhaus Heppenheim durch ein mit Biomethan betriebenes Blockheizkraftwerk ergänzt. Hierdurch können jährlich etwa 2.800.000 kWh Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Parallel zur Stromerzeugung entstehen jährlich knapp 3.000.000 kWh Wärme, die zur Beheizung des Wärmeverbunds am Kreiskrankenhaus Heppenheim genutzt werden. Durch den Holzhackschnitzelkessel in Verbindung mit dem Biomethan-BHKW können nahezu 90% des Energiebedarfs des Wärmeverbunds durch regenerative Energien gedeckt werden. Lediglich 10% sind noch konventionell (Erdgas) bereit zu stellen. Hierdurch können jährlich bis zu 520.000 Liter Heizöl eingespart werden.

 

BIOMETHAN BHKW KKHLEISTUNG (kW)EINSPEISEMENGE (kWh)HAUSHALTECO2-EINSPARUNG (kg)
STROM4002.800.0006221.582.000
Wärme4313.017.000134-

KOMPOST

Bei der Aufbereitung des Grünschnitts zu Biomassebrennstoff fällt neben der holzigen Fraktion, die für die Verbrennung geeignet ist, auch eine Feinfraktion an, die stofflich wiederverwertet wird. Der Feinkornanteil, der nach einer ersten biologischen Trocknung des zerkleinerten Materials separiert wird, wird auf der Rottefläche zu Mieten aufgesetzt und für weitere 6 Wochen rotten lassen. Hierbei wird das organische Material durch Mikroorganismen abgebaut und zu Kompost umgewandelt. Der auf diese Weise erzeugte Kompost unterliegt einer externen Güteüberwachung.

KOSTENFREIE ABGABE AN LANDWIRTSCHAFTLICHE BETRIEBE

Der fertige Kompost wird kostenlos an Landwirtschaftliche Betriebe abgegeben oder kann von den Bürgern an vielen Wertstoffhöfen mitgenommen werden.