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05.11.2020

ALTKLEIDER-CONTAINER WERDEN VERLEGT

Textil- und Schuhsammlung zukünftig auf den Wertstoffhöfen


Altkleidersammlung zukünftig auf den Wertstoffhöfen

Mit rund 130 Containern sammeln wir im ganzen Kreisgebiet alte Kleidung und Schuhe ein. Doch leider landen in den Containern immer wieder auch Abfälle, die dort nicht hineingehören: von Restabfall und Bauschutt über Windeln und Pfannen bis hin zu Elektrogeräten und Essensresten ist alles dabei.

Schrittweise Verlegung auf die Wertstoffhöfe

„Die illegale Entsorgung in den Containern und auf den Standplätzen verursacht jedes Jahr Kosten in Höhe von rund 100.000 EUR, erschwert den Weiterverkauf der Textilien und sorgt für unzumutbare Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter“, erklärt Gerhard Goliasch, Geschäftsführer des ZAKB. „Wir müssen daher handeln – auch im Sinne der Gebührenzahler –, wollen aber gleichzeitig den Service der Altkleiderabgabe für die Bürgerinnen und Bürger weiterhin anbieten. Wir haben deshalb entschieden, die Altkleider-Container ab der kommenden Woche schrittweise auf die nächstgelegenen Wertstoffhöfe zu verlegen“, so Goliasch weiter. Eine stetig aktualisierte Übersicht hier und in der ZAKB-App zeigt, wo derzeit noch Altkleider-Container außerhalb der Wertstoffhöfe stehen.

Appelle für korrekte Abfalltrennungen verhallten

Zuvor hatten wir über Wochen mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit in Zeitungen, Radio, TV und im Internet auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht und an die Bürger für eine korrekte Abfalltrennung appelliert. „Leider blieben unsere Bemühungen erfolglos. Der Inhalt der Altkleider-Container und die Standplätze sehen aus wie zuvor“, konstatiert Goliasch.

Altkleidermarkt ist weiterhin in extremer Schieflage

Und auch die Lage für die Vermarktung von Altkleidern bleibt weiterhin sehr angespannt:

Seit Monaten befindet sich der Altkleidermarkt in einem Abwärtsstrudel. Während zum einen die große Warenmenge die Preise auf dem Textilrecycling-Markt fallen lässt, trifft das sogenannte „Fast Fashion-Phänomen“ die Verwerter ebenfalls hart: Textildiscounter und große Modeketten bringen in einem immer zügigeren Rhythmus neue Kleidung in zunehmend schlechterer Qualität in die Läden, die immer schneller entsorgt werden muss. Der Gedanke vieler Verbraucher „Kleiderspenden unterstützen (weltweit) Bedürftige“ trifft für die meisten Kleidungsstücke seit Langem nicht mehr zu. Kleidung ist zu einem weltweiten Massenprodukt geworden.

„Wer sicherstellen möchte, dass ein ‚gutes Stück‘ einen Mitbürger erreicht, sollte es bei der Kleiderkammer oder im Second-Hand-Laden abgeben“, sagt Goliasch. Die günstigen Synthetik-Fasern und Mischstoffe hingegen sind selbst für die weitere Verwendung beispielsweise in der Putzlappen-Herstellung oder in der Faserrückgewinnung kaum nutzbar. „Die Verbraucher haben mit ihrer Kaufentscheidung einen erheblichen Einfluss auf diese Entwicklung“, so Goliasch weiter.

In Deutschland beträgt das Altkleideraufkommen laut Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BSVE) etwa 1,01 Millionen Tonnen pro Jahr – mit stetig steigender Tendenz. Im Kreis Bergstraße sammelte der ZAKB im Jahr 2019 rund 685 Tonnen ein.