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15.10.2012

REPORTAGE ÜBER DEN ZAKB (TEIL 1) - WO ABFALL DEN ZEITGEIST WIEDERSPIEGELT

Das Abfallwirtschaftszentrum in Heppenheim - Ein Rundgang durch die Anlage, die moderne Abfalltrennung möglich macht


Waage im Einfahrtsbereich des Abfallwirtschaftszentrum Heppenheim

Vor zehn Jahren ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) gegründet worden. In diesem Jahr wird Jubiläum gefeiert. In den vergangenen Jahren hat sich der Verband zu einem hochmodernen Dienstleister entwickelt. Davon profitieren die Bürger im Kreis Bergstraße. Ein Beispiel: Das Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) in Heppenheim.

Links Elektroschrott, rechts Pappe und Kartonage, zweimal um die Ecke, dort kann Bauschutt abgeliefert werden. Die Welt ist hier ganz klar sortiert. Und die Ordnung ist beeindruckend. Dazwischen dreht ein Radlader seine Runden, schiebt zurecht wo sich Abfall ausufernd breit zu machen droht. Dietmar Eberlein führt über das Gelände. Er ist stellvertretender Betriebsleiter des Abfallwirtschaftszentrums, das der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße betreibt. Das Areal erstreckt sich über eine Fläche in der Größe von dreieinhalb Fußballfeldern, jährlich werden hier rund 50.000 Mg Restabfall und Wertstoffe angeliefert, wo notwendig sortiert und zur Weiterverarbeitung transportiert. Grünschnitt, 12.500 Mg jedes Jahr, wird selbst verarbeitet. Im Abfallwirtschaftszentrum, resümiert Dietmar Eberlein, zeige sich, wie in den vergangenen Jahren der Wille zur Abfalltrennung in der Bevölkerung zugenommen hat. Die Möglichkeiten hierzu hat der Zweckverband geschaffen.    

Rege Betriebsamkeit

Wir sind zur Anlaufstelle für private Haushalte und für gewerbliche Unternehmen geworden“, sagt der ZAKB-Mitarbeiter. In den vorangegangenen neunziger Jahren war an gleicher Stelle eine Kompostanlage plus kleiner Wertstoffhof entstanden. Mit dem Ende der Mülldeponie bei Hüttenfeld wurde der Standort in Heppenheim ab dem Jahr 2005 mehr und mehr zum leistungsstarken Abfallwirtschafszentrum um- und ausgebaut. Heute herrscht auf dem Gelände rege Betriebsamkeit, täglich werden mehrere hundert Fahrzeuge gezählt. Ein ganz normaler Sommernachmittag: Immer wieder ist das Brummen schwerer Dieselmotoren zu hören. Weißlackierte Müllfahrzeuge des ZAKB fahren auf die beiden großen Waagen am Tor. Restabfall, Sperrmüll, Papierabfall, Verpackungsabfall in gelben Säcken, Bioabfälle, vieles wird angeliefert. Irgendwo ist ein schrilles Piepen zu hören, das Geräusch geht durch Mark und Bein, ein Warnton, ein Lkw fährt rückwärts. Pkw mit und ohne Anhänger biegen zur gleichen Zeit auf das Gelände im Westen Heppenheims ab. Privatleute bringen alte Möbel, Kühlschränke, Reste vom Wohnungsumbau oder Grünschnitt nach der Gartenpflege. Für viele von ihnen ist die Fahrt zum Abfallwirtschaftszentrum längst ein vertrauter Weg. Sie kommen aus dem gesamten Kreisgebiet.

Eine Treppe ähnlich der Gangway auf einem Flughafen steht zwischen zwei Containern. Mit einem Rums saust von dort manches in die Tiefe. Bügeleisen, Rasierapparate, Kaffeemaschinen, alles türmt sich in einem der Container. Telefone, Computer, Drucker, Bildschirme liegen im anderen. Hier landet was kaputt oder nicht mehr en vogue ist. An dieser Stelle gibt das Abfallwirtschaftszentrum Einblick in den Zeitgeist. Nach Weihnachten, erzählt Dietmar Eberlein, seien diese Container besonders voll. Klar: Neues war unterm Tannenbaum, Altes landet auf dem Müll. Während gerade ein ausgedientes Elektrogerät in hohem Bogen in den Container geworfen wird biegt wenige Meter entfernt ein Kleintransporter nach rechts ab. Er könnte Gipsabfälle von einer Baustelle geladen haben. Das Bild ist nicht ungewöhnlich, viele Handwerksbetriebe der Region fahren regelmäßig beim ZAKB auf den Hof. „Das Zentrum ist gewachsen, auch für die Gewerbebetriebe“, bilanziert Dietmar Eberlein. Überhaupt lässt sich hier ein Trend feststellen, Eberlein: „Es wird mehr gebaut, es wird mehr renoviert in den vergangenen Jahren.“ Die Berge von Bauschutt sind sicheres Zeichen.

Ausgeklügelte Logistik

„Hier wird alles gesammelt“, erklärt der ZAKB-Mitarbeiter. Das heißt auch: Es bedarf einer ausgeklügelten Logistik, damit das Abfallaufkommen nicht überhand nimmt. Schwere Lkw mit riesigen Containern fahren vom Gelände. Abhängig vom tagesaktuellen Abfallaufkommen sind die Transporte zu disponieren. Eine ständig neue Herausforderung. Eigene Fahrzeuge und Container-Lkw von Speditionen sind unterwegs. Restabfall kommt in Verbrennungsanlagen nach Mannheim und Darmstadt, Wertstoffe wie Plastik, Papier, Metall, gehen an Spezialunternehmen zur Aufbereitung und Verwertung. Der Rundgang geht weiter. Ehe Dietmar Eberlein die Halle zeigt mit der riesigen Sortiermaschine für Gewerbeabfälle, die schon allein durch ihre Größe beeindruckt und hochmodern ist, führt der Weg an einem anderen schweren Gerät vorbei: Dieses spuckt geschredderten Grünschnitt und Geäst en masse im hohen Bogen aus. Links, rechts, vorne, überall ergießen sich kaskadenartig Kompost und Brennstoff, fein, mittel, grob sind sie. Drumherum erheben sich Berge davon. Von Biomasse ist die Rede, ein Brennstoff dessen Zukunft begonnen hat. Beim ZAKB ist er zu haben ebenso wie Kompost. Die Biomasse wird in Kürze auch in einer eigenen Anlage des Verbands zur Wärmeerzeugung verbrannt. Diese steht am Kreiskrankenhaus in Heppenheim unmittelbar vor der Inbetriebnahme, das Krankenhaus, die benachbarte Vitos-Klinik sowie ein Nahwärmenetz werden von dort versorgt.

Überhaupt setzt der ZAKB mehr und mehr auf regenerative Energien. Schließlich hat er ausreichend Fläche. Auch im Abfallwirtschaftszentrum. Im Jahr 2010 wurde dort auf den Dachschrägen eine Fotovoltaikanlage montiert, 480.000 Kilowattstunden Strom werden jährlich ins öffentliche Netz eingespeist. Das reicht, um 120 Haushalte zu versorgen. Die Zeichen im Abfallwirtschafszentrum stehen in jeder Hinsicht auf Innovation, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, wie die Verantwortlichen betonen.

ZUSATZ

Von A wie Altholz bis Z wie Zeitungspapier kann im Abfallwirtschaftszentrum des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) in Heppenheim praktisch alles abgegeben werden. Dreißig Sammelstellen, Container und riesige Boxen gibt es für unterschiedliche Abfallarten. Die meisten Wertstoffe können in haushaltsüblichem Aufkommen kostenlos angeliefert werden. Wo Kosten erhoben werden, richten sich diese nach dem Material und der Menge. Rund zwanzig Mitarbeiter sind in dem Zentrum beschäftigt, viele arbeiten direkt in Heppenheim. Andere sind auf den Wertstoffhöfen des ZAKB im gesamten Kreisgebiet, von denen aus die Abfälle ebenfalls in die Kreisstadt zum Sortieren und zum Weitertransport kommen.