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03.06.2020

RESÜMEE UND AUSBLICK BEIM JAHRESPRESSEGESPRÄCH

Zweckverband informiert über aktuelle Projekte und Trends.


Blick auf die Entwicklungen der Abfallwirtschaft im Kreis Bergstraße | Bild: Sidenstein

Bei unserem Jahrespressegespräch am 29. Mai informierten wir zogen wir Bilanz zu den letzten Monaten und gaben einen Ausblick auf aktuelle Entwicklungen.

Positives Jahresergebnis 2019
Als kommunales Unternehmen verstehen wir uns als Dienstleister für die Gesellschaft und ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge eines jeden Bürgers. Wir arbeiten nicht gewinnorientiert, sondern sind verpflichtet, kostendeckend zu wirtschaften. Das heißt: Wir dürfen weder Gewinne noch Verluste erzielen. Jeweilige Entwicklungen sind somit bei der Kalkulation der Abfallgebühren, die für einen Zeitraum von drei Jahren festgelegt werden, auszugleichen. Sich in diesem Zeitraum ändernde Kosten werden durch jährliche Nachkalkulationen erfasst und bei der nächsten Gebührenanpassung berücksichtigt.

Für das Geschäftsjahr 2019 hat der ZAKB ein Plus von rund 890.000 EUR erwirtschaftet.

Ausschreibung zur Einsammlung der Gelben Säcke
Die Sammlung und Verwertung von Leichtverpackungen ist in Deutschland privatwirtschaftlich durch die Betreiber der Dualen Systeme Deutschland (DSD) organisiert. Über unsere Tochtergesellschaft, die ZAKB Energie und Dienstleistungs GmbH, beteiligen wir uns an Ausschreibungen, die den Turnus und die Art der Sammlung festlegen: Im Kreis Bergstraße ist dies derzeit 4-wöchentlich in Gelben Säcken. Als Dienstleister der DSD sammeln wir die Gelben Säcke ein und übergeben sie an die Systembetreiber. Nun steht die Auftragsvergabe für die neue Periode 2021-2024 aus, an der wir uns beteiligen.

Abbiegeassistenten für unsere Sammelfahrzeuge
Wir statten unsere Sammelfahrzeuge schrittweise mit Abbiegeassistenten aus. Ziel ist es, die Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und die Fahrer in Risikosituationen zu unterstützen. Bis Ende des Jahres werden rund die Hälfte der Sammelfahrzeuge über Assistenzsysteme verfügen. Die technischen Helfer kommen bei den Fahrern gut an: „Die Abbiegeassistenten sind eine gute Unterstützung für mich und meine Fahrerkollegen bei der täglichen Arbeit. Gerade an schlecht einsehbaren Ecken helfen sie dabei, auch Personen im ´Toten Winkel‘ frühzeitig zu erkennen und sorgen so für ein besseres Gefühl beim Abbiegen“, meint Vassili Landmann, seit über 25 Jahren Fahrer in der Abfallwirtschaft.

Schwieriges Fahrwasser auf den Abfallmärkten

  • Altholzmarkt
    Täglich entsorgen Bürger und Gewerbetreibende an unseren Wertstoffhöfen ihre alten Hölzer. Je nach Qualität wird das Altholz anschließend an Unternehmen weitergegeben, die es verwerten – zum Beispiel als Brennstoff für Kraftwerke. Doch die Preise für die Verwertung steigen seit Monaten stark an. Die zentralen Gründe: Die Lager sind aufgrund des warmen Winters weiterhin gut gefüllt; durch die heißen Sommer sind große Mengen „Tothölzer“ aus den Wäldern auf dem Markt und verdrängen die Kapazitäten für Altholz. Die angespannte Situation wirkt sich auch verstärkt auf uns aus: Die Verwerter erhöhen kontinuierlich die Preise. Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. Die stetige Preissteigerung machte es 2019 bereits erforderlich, auch die Preise für die Entsorgung an unseren Wertstoffhöfen zu erhöhen.
  • Altpapiermarkt
    Wir sammeln über die kommunale Abfuhr und über die Wertstoffhöfe das Altpapier der Bergsträßer ein. Anschließend wird es an Papierfabriken und Recyclingunternehmen vermarktet. Durch den Online-Handel nimmt der Anteil an Kartonage stetig zu, während hochwertigeres Zeitungs- und Büropapier abnimmt. Unter anderem durch diesen Trend warf der Altpapiermarkt zuletzt kaum mehr Erlöse ab. Im Kreis Bergstraße führte diese Entwicklung zum Beispiel dazu, dass viele Vereine die Sammlung eingestellt haben. Die starken Preisschwankungen auf dem Altpapiermarkt wirken sich auch auf uns aus: Während es Anfang des Jahres noch schwierig war, Erlöse zu erzielen, hat sich die Lage aktuell wieder verbessert.
  • Altkleidermarkt
    Mit rund 130 Containern sammeln wir im Kreisgebiet alte Kleidung sowie Schuhe ein und übergeben sie an Textilrecycling-Firmen. Doch das „Fast Fashion-Phänomen“ belastet den Markt seit Jahren: Modeketten bringen in einem immer zügigeren Rhythmus neue Kleidung in zunehmend schlechterer Qualität in die Läden, die immer schneller entsorgt werden muss. Der Gedanke vieler Verbraucher „Kleiderspenden unterstützen (weltweit) Bedürftige“ trifft für die meisten Kleidungsstücke seit Langem nicht mehr zu. Kleidung ist zu einem weltweiten Massenprodukt geworden. Wer sicherstellen möchte, dass ein „gutes Stück“ einen Mitbürger erreicht, sollte es bei der Kleiderkammer oder im Second-Hand-Laden abgeben. Die günstigen Synthetik-Fasern und Mischstoffe hingegen sind selbst für die weitere Verwendung beispielsweise in der Putzlappen-Herstellung oder in der Faserrückgewinnung kaum nutzbar.
    Seit Monaten befindet sich der Altkleidermarkt in einem Abwärtsstrudel. Die Corona-Krise hat ihn nahezu kollabieren lassen. Wie viele andere Entsorger auch, stehen wir bei der Vermarktung vor enormen Herausforderungen.
  • Restabfallmarkt
    Sogenannten Hausmüll sammeln wir über die schwarze Tonne und die Wertstoffhöfe ein. Da Restabfälle nicht wieder in den Stoffkreislauf eingebracht werden können, wurden sie bis 2005 auf Deponien verbracht. Heute werden sie zur Energieerzeugung thermisch verwertet. Die Preise für die Verbrennung sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, teilweise rapide. Diese Entwicklung wirkt sich derzeit insbesondere auf die Entsorgungskosten von Gewerbeabfällen und Sperrmüll sowie auf die Kosten für den Betrieb der Biogasanlage aus: Der durch Fremdstoffe wie Plastiktüten, Glas und Batterien im Bioabfall verursachte Siebüberlauf muss als Restabfall entsorgt werden.
     

Stärkung der Wertstoffhöfe
Eine wohnortnahe Entsorgung von Abfällen und Wertstoffen – dafür stehen die Wertstoffhöfe im Kreis Bergstraße. Sie erfreuen sich bei den Bürgerinnen und Bürgern großer Beliebtheit – wie insbesondere das große Interesse in den letzten Wochen deutlich machte. Durch die aktuelle Corona-Krise wurde der jährliche Trend noch verstärkt. Aufgrund der in der Pandemie gemachten Erfahrungen haben wir ein Konzept entwickelt, um ein einheitliches, kreisweites Angebot zu schaffen. Damit stellen wir die systemrelevante Abfallentsorgung (Papier-, Bio-, Sperr-, Restabfall) und gleichzeitig die Wertstoffhöfe krisensicher auf.

Ausweitung der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung
Um auf die Herausforderungen der Fremdstoffe im Bioabfall aufmerksam zu machen, beteiligen wir uns an der bundesweiten Kampagne #WIRFÜRBIO und klären u.a. über Pressearbeit, auf Veranstaltungen und im Internet die Bürgerinnen und Bürger auf. Zudem arbeiten wir gerade an einem Lernangebot für Kinder, um schon den Jüngsten den Abfallkosmos näherzubringen. Auch planen wir, die Kooperationen mit Schulen und Bildungseinrichtungen weiter zu intensivieren.