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29.01.2018

UNTERWEGS MIT KLARER BOTSCHAFT

Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) wirbt für Energie aus Bioabfällen // Konzept der kurzen Wege // Buntes 3D-Design auf LKW soll Aufmerksamkeit fürs Thema schaffen


Ein Lastwagen ist ein Lastenwagen, also ein Fahrzeug, um Lasten von A nach B zu transportieren. Aber er kann auch mehr sein. Das Auto kann zudem als Werbeträger dienen, Botschaften transportieren. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) hat sich dies jetzt zu eigen gemacht und wirbt für die Energiegewinnung aus Biofällen. Die Ansage ist eindeutig: Was in die braunen Tonnen kommt ist kein Müll, sondern eine zukunftssichernde Ressource, aus der sich Strom gewinnen lässt, erneuerbare Energie.

Zur Linken und Rechten großflächig bunt beklebt sind bislang drei ZAKB-Fahrzeuge im Kreis Bergstraße zum Thema unterwegs. Und es sollen, so die Überlegungen, absehbar noch mehr werden. „Ihr Abfall - Ihre Energiequelle!“ ist auf den Containeraufbauten der LKW zu lesen. In fröhlich gestalteter 3D-Optik wird dafür geworben, dass aus der Biotonne Strom kommen kann, der in die Haushalte fließt. Optisch ist der Weg von der Tonne zum stromverbrauchenden Gerät verkürzt, was die Aussage ansprechend macht. Alles klar auf einen Blick: Die Bananenschale wird, um eines der LKW-Bilder aus der Ideenschmiede des ZAKB aufzugreifen, zur Energiequelle für den heimischen Mixer. Die Autos sind, das hat sich gezeigt, Hingucker. „Und natürlich wünschen wir uns, dass sich die Botschaft nachhaltig verfestigt“, kommentiert Jonas Thiede beim Zweckverband die Idee, mit der der ZAKB Neuland für sich in der Außendarstellung betritt.

„Die Energiegewinnung aus Bioabfällen ist natürlich nicht neu. Aber sie gewinnt zunehmend an Bedeutung in einem Zeitalter, in dem die Energiewende Form annimmt und wir uns mehr und mehr von den althergebrachten Wegen der Stromgewinnung verabschieden“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Gerhard Goliasch. Mit der Kampagne möchte der Zweckverband nicht nur auf das Thema aufmerksam machen, sondern auch die Sensibilität für eine sorgsame Abfalltrennung fördern, die an dieser Stelle unabdingbar ist. „Unser Ziel ist es, weiterhin den gesamten Bioabfall aus der Region, der in den braunen Tonnen gesammelt wird, der Energiegewinnung zuzuführen. Hierzu betreiben wir im Südwesten Heppenheims unsere hochmoderne Biogasanlage. Optimal arbeiten kann diese aber nur, wenn in den Biotonnen ausschließlich das landet, was eine solche Anlage auch verarbeiten kann“, sagt Goliasch.

Kunststoff als Verpackung von Bioabfällen ist in den braunen Tonnen absolut fehl am Platz. Altes Zeitungspapier ist dagegen kein Problem. Dass sich in den Tonnen zudem immer wieder Haushaltsmüll und Schrott findet ist zudem ein Ärgernis, weil die Sortierung zeit- und kostenintensiv ist. „Wirklich funktionieren kann das Projekt Energie aus Bioabfall nur, wenn der Vergärungsprozess in der Anlage nicht gestört wird. Wir nehmen das Thema Energiegewinnung ernst, weil es Teil eines umfassenden regionalen Energiekonzepts ist. Und natürlich hoffen wir auf Rückhalt in der Bevölkerung“, betont Goliasch und fügt an: „Ein jeder kann seinen Teil dazu beitragen.“ Leicht gemacht wird dies auch durch eigens für ein unkompliziertes Sortieren in den Haushalten entworfene sogenannte „BiOTONi“s, die in Größe und Design in jede Küche passen.

Mit der eigenen Biogasanlage setzt der ZAKB seit Oktober 2014 auf eine Abfall- und Energiewirtschaft der kurzen Wege. Statt Bioabfälle über lange Strecken zur Weiterverwertung zu fahren, werden diese in der Region verwertet. „Schon das ist Teil unseres Konzepts zur Reduzierung der Umweltbelastung“, formuliert Goliasch. In der Anlage können jährlich bis zu 32.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet werden. Im integrierten Blockheizkraftwerk wird alsdann Energie für 1000 Haushalte erzeugt – Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Zudem entsteht Wärme. Diese wird für den Eigenbedarf der Anlage genutzt. Ist die Energiegewinnung abgeschlossen, werden die Abfälle in der Anlage kompostiert. Die entstehende Biomasse kann von Landwirten in Felder eingebracht werden, auch das ist Teil des regionalen Nutzungskonzepts. Ökonomie und Ökologie sind somit eng beisammen. Und eben dafür wirbt der ZAKB nun mit der aktuellen Kampagne auf seinen Fahrzeugen. „Energie aus Biomasse ist ein Stück Zukunftssicherung. Wir wollen das regionale Denken und Handeln fördern und selbst beispielgebend daran mitwirken“, so Goliasch.