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15.07.2019

BIO-EINWEGGESCHIRR RICHTIG ENTSORGEN

Viele Produkte versprechen: „100% kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“. Sie müssen dennoch über den Restmüll entsorgt werden – wir erklären warum.


Auch Bio-Grillgeschirr gehört in die schwarze Tonne. Bild: pixabay

Sommer, Sonne, Grillsaison: In den Gärten und Parks im Kreis Bergstraße brutzeln die Steaks und Gemüsespieße über der heißen Glut. Auf den Tischen warten Salate und Baguette darauf, in geselliger Runde verzehrt zu werden. Um sich den lästigen Abwasch nach der Feier zu sparen, greifen viele Verbraucher auf Einweggeschirr aus Plastik, Pappe, Holz oder neuerdings auch Bambus oder Palmenblättern zurück. Doch welches Geschirr gehört in welche Tonne? Wir haben die Antwort.

Viele Materialien, eine Tonne

Kurz gesagt: Ob aus Plastik, Holz, Pappe oder Palmenblättern – handelsübliches Einweggeschirr sollte nach Gebrauch über den Restabfall entsorgt werden. Auch als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ deklarierte Produkte sind nicht für die Kompostierung geeignet und gehören deshalb in die schwarze Tonne. „Grundsätzlich sehen wir den Trend positiv, dass sich viele Verbraucher Gedanken über die Auswirkungen ihres Abfalls machen und auf Artikel aus nachwachsenden Rohstoffen zurückgreifen“, erklärt Sascha Bocksnick, Abteilungsleiter Technik und Energie beim ZAKB. „Das Problem ist jedoch, dass sich diese Produkte zu langsam zersetzen. Sie haben keinen Mehrwert für die Herstellung von Kompost und müssen ebenso wie Plastik und andere Fremdstoffe aussortiert werden. Letztlich landen sie in der Verbrennung“, so Bocksnick weiter.

Der nachhaltigste Weg mit Freunden oder der Familie zu Grillen bleibt daher weiterhin, Geschirr zu verwenden, das sich reinigen lässt. Und wer auf „spülmaschinenfeste“ Produkte setzt, dem bleibt sogar der leidige Abwasch per Hand erspart.

Energie für Pflanzen und den Kreis Bergstraße
Aus den Küchen- und Gartenabfällen der Bergsträßer erzeugen wir Strom, Wärme und hochwertigen Kompost. So entsteht aus vermeintlichem Abfall Energie für Pflanzen und die Region: Über neunhundert Haushalte versorgen wir allein durch unsere Biogasanlage mit grünem Strom; der Kompost kommt als wertvoller Naturdünger und Bodenverbesserer in der Landwirtschaft zum Einsatz. Für Bürgerinnen und Bürger ist er an vielen Wertstoffhöfen kostenfrei erhältlich.

Doch leider landen immer wieder prall gefüllte Plastiktüten in der Biotonne und somit in unserer Biogasanlage: Dort stören sie die Abläufe und müssen daher mühsam aussortiert werden – das kostet Zeit und viel Geld! Auch „kompostierbare“ Plastiktüten verrotten nicht schnell genug, um sie auf diesem Wege zu verwerten.

Wir bitten daher die Bürgerinnen und Bürger darum, ihren Bioabfall lose, eingewickelt in Zeitungspapier oder verpackt in einer Papiertüte zu entsorgen.